05. April 2019 | NetZwerg

Suchen wie bei Google? Darum ist Search-Management für Intranets und Websites so wichtig

Suchergebnisse von Google, die uns relevante Inhalte liefern und uns zuverlässig das auflisten, wonach wir gesucht haben – davon sind die Suchfunktionen in Intranets und auf Websites noch immer meilenweit entfernt. Woran das liegt und wie Sie die Suche optimieren können, stellen wir Ihnen hier vor.

Warum Suchergebnisse in Intranets und auf Websites nicht mit Google mithalten können

Beim (Re-)Launch eines Intranets oder einer Website gehört es zu den grundlegenden Aufgaben, eine Suchfunktion zu implementieren. Diese soll dann möglichst “wie Google” funktionieren und Nutzer schnell mit relevanten Ergebnissen versorgen – so die Idealvorstellung. Die Praxis sieht jedoch vollkommen anders aus: Oft erscheinen längst veraltete Beiträge ganz oben in den Suchergebnissen, sofern man mit dem eingegebenen Stichwort überhaupt einen Treffer erzielt.

Woran liegt das? “Für die Ausspielung der Suchergebnisse ist immer ein Algorithmus verantwortlich, der die gefundenen Inhalte nach bestimmten Kriterien sortiert”, erklärt Julian, Business Analyst bei NetFed. Grundlegende Kriterien sind beispielsweise, wie häufig ein Beitrag bereits angeklickt wurde. Je häufiger, desto relevanter – denkt so mancher Algorithmus. Das hat zur Folge, dass ältere Beiträge im Ranking nach oben rücken, aktuellere hingegen oft gar nicht gefunden oder weit hinten platziert werden.

Und wie lässt sich das ändern? “Suchalgorithmen sind lernfähig, das heißt, man kann ihnen beibringen, welche Beiträge zu welchem Suchwort die größte Relevanz haben und ganz oben angezeigt werden sollen. Deshalb ist ein fortlaufendes Search-Management nach dem Launch so wichtig”, sagt Julian. So kann man den Algorithmus entsprechend anpassen, um beispielsweise Beiträge mit dem aktuellsten Änderungsdatum zuerst anzeigen zu lassen.

 

Aktives Search-Management: So gehen Sie vor

“Für die Optimierung der Suchfunktion empfehlen wir unseren Kunden mehrere wesentliche Maßnahmen, die nicht nur den Algorithmus anpassen, sondern die User Experience insgesamt verbessern”, so Julian. Diese sind:

  • Regelmäßige Auswertung der Suchbegriffe: Diese Maßnahme sollte immer an erster Stelle stehen, denn sie bietet Ihnen Potenzial zur Suchoptimierung auf drei Ebenen: Sie erfahren, wonach Nutzer häufig suchen, was Ihnen wiederum Aufschluss darüber gibt,
    • welche Inhalte für die Nutzer relevant sind,
    • welche Inhalte schlecht auffindbar sind und
    • welche Inhalte verbessert oder ausgebaut werden sollten.

Anhand dieser Datenbasis erfahren Sie viel über die Nutzerbedürfnisse und wie sich diese mit der Zeit verändern, je nachdem, welche Anpassungen Sie an den Inhalten bzw. am Algorithmus vorgenommen haben. Aus den Erkenntnissen können Sie auch Inhalte selbst oder deren Strukturierung und Hierarchisierung (sprich: die Informationsarchitektur) optimieren. Insofern verbessern Sie mit einer Searchlog-Analyse das gesamte Nutzererlebnis.

  • Erreichbares Suchfeld: Oft befindet sich das Suchfeld gut sichtbar auf der Startseite rechts oben. Auf manchen Unterseiten ist dann wiederum keines vorhanden, was die Usability für viele Nutzer beeinträchtigt. Insofern entscheidet auch ein durchgehend vorhandenes und gut sichtbares Suchfeld über das Sucherlebnis.
  • Filter sinnvoll platzieren und einsetzen: Sie kennen das sicherlich aus Ihrem eigenen Suchverhalten: Um die Relevanz und Treffergenauigkeit der Suchergebnisse zu erhöhen, betätigen wir vor der Suche entsprechende Filter – und erhalten im schlechtesten Fall überhaupt kein Ergebnis. Sinnvoll ist es deshalb, Filter erst nach der Suche zu platzieren bzw. entsprechend wenige anzubieten, um die Trefferzahl zu erhöhen.
  • Optimierung der Suchergebnisseite: Die User-Experience kann auch durch eine Anpassung der Suchergebnisseite verbessert werden. Hier ist entscheidend, in welchem Layout die Ergebnisse angezeigt werden und ob mit einem Blick erfasst werden kann, um welche Art von Treffer es sich handelt (Dokument, Blogpost, Pressemeldung etc.). Zudem empfiehlt sich eine Spezifizierung der Filter, sodass z.B. ein Zeitfilter für bestimmte Formate wie News oder Pressemeldungen angeboten wird. In Social Intranets ist es sinnvoll, einen Filter für die Suche in Nutzerprofilen zu implementieren, um Experten für bestimmte Themen besser finden zu können.
  • Content-Planung anhand der Such-Auswertung: Ergibt die Auswertung der Suchbegriffe einen Themenschwerpunkt, für den sich Nutzer besonders interessieren, sollten Sie Ihren Content entsprechend ausrichten. Damit planen Sie performanceorientiert, verbessern die Reichweite Ihrer Beiträge und versorgen nicht zuletzt Ihre Zielgruppe mit gefragten Inhalten.
  • Einbindung weiterer Dokumenten-Ablagen und Wikis: Bei Intranets kann es sinnvoll sein, auch Dokumentationssysteme wie Confluence oder andere arbeitsplatzrelevante Plattformen in eine zentrale Suche einzubinden, um eine echte Enterprise Search anzubieten. Voraussetzung hierfür ist entsprechend, dass die Dokumentation aktuell und gepflegt ist, um relevante Suchergebnisse zu erhalten.
  • Themenfokussierung mittels Anpassung der Suchbegriffe: Wenn Sie aus strategischen Gründen verstärkt auf eine Kampagne oder ein bestimmtes Thema hinweisen möchten, bieten Ihnen alle gängigen Suchtechnologien die Möglichkeit, Suchbegriffe auf den entsprechenden Content zu leiten. Das heißt, sie können 40-50 beliebte Suchbegriffe definieren, die alle auf Ihre festgelegten Inhalte weisen und diese weit oben in den Suchergebnissen platzieren. Im Prinzip funktioniert das ähnlich wie bei Google Ads: Die entsprechend definierten Inhalte können dann auch z.B. farblich abgesetzt werden, um dem User zu signalisieren, dass das Thema besondere Bedeutung hat. Insofern können Sie selbst steuern, welche Themen hohe Relevanz haben.

 

Suchtechnologien für Intranets, Websites und Apps

Gängige Technologien für die Suche auf Websites, in Apps und in Intranets sind beispielsweise Elasticsearch und Solr. Bei beiden handelt es sich um Open-Source-Lösungen, die auf der Basis des Frameworks Apache Lucene funktionieren. Sie werden bei der Implementierung individuell an die Site bzw. App angepasst, indem die zu durchsuchenden Instanzen zunächst indexiert werden. Diese Indexierung erfolgt anhand einer vorab definierten Konfiguration, die beschreibt, wie die erfassten Inhalte im Suchindex abgelegt werden. Die flexiblen Systeme ermöglichen eine nahezu unbegrenzte Anpassbarkeit, müssen aber erst grundlegend eingerichtet werden, was einiges an Fingerspitzengefühl erfordert.

Auf Google suchen wir nicht nur in Stichworten, sondern auch in Sätzen. Inzwischen ist Google in der Lage, auf einige solcher Fragen die Antwort direkt zu liefern und an erster Stelle anzuzeigen, anstatt zunächst auf Seiten mit dem gewünschten Inhalt zu verweisen. Es handelt sich dabei also um eine Art Dialog zwischen Mensch und Suchmaschine, die sogenannte Conversional Search, die Suchprozesse deutlich beschleunigen kann.

 

Komplettlösungen und personalisierte Suchergebnisse

Eine leistungsfähige Komplettlösung, die eine Conversional Search mit an Bord hat und den bekannten Technologien aktuell zu Leibe rückt, ist Algolia. Es handelt sich dabei im Prinzip um eine cloudbasierte Google-Suche, die auf die jeweilige Website begrenzt ist. Das Produkt zeichnet sich durch eine Ausspielung der Ergebnisse innerhalb von Millisekunden aus und bietet eine komfortable Anbindung mittels vielfältiger API-Schnittstellen. Das wichtigste Argument ist wohl aber die Personalisierbarkeit der Suche, bei der die Ergebnisse noch besser auf den Nutzer zugeschnitten werden.

Dieses Ausspielen von personalisierten Inhalten (inhaltsbasierte Filterung) und der Einsatz von Empfehlungsdiensten (Recommendation Engines) verbessern auch das Nutzererlebnis: Statt nur die Anfrage in ein Suchfeld zu tippen, wird die Suche bereits im Hintergrund anhand der vorangegangenen Navigation und dem Verhalten des Users aufgebaut. Im Anschluss wird das Ergebnis des Navigations- und Klickverhaltens innerhalb der Suchanfrage berücksichtigt, sodass der Nutzer auf ihn zugeschnittene Inhalte erhält.

Ein kontinuierliches Suchmanagement hilft Ihnen einerseits dabei, Ihre Inhalte besser zu planen und auffindbar zu machen. Andererseits werden es Ihre Nutzer zu schätzen wissen, wenn sie relevantere Suchergebnisse erhalten und schneller an die gewünschten Informationen kommen. Die Komplettlösungen kommen am nähesten an Google heran und verschlingen weniger Ressourcen bei der Konfiguration. Deshalb empfiehlt sich die Überlegung, die bisher eingesetzte Suchtechnologie durch eine entsprechende Software zu ersetzen, je nachdem, wie groß der Anpassungsaufwand für das bestehende System wäre.

 

Falls Sie Beratung zum Thema Search Management suchen, melden Sie sich jederzeit via Kontaktformular, E-Mail oder unter + 49 (0) 2236/3936-6, wir unterstützen Sie gern bei der Suchoptimierung und bei der Entscheidungsfindung für eine passende Suchtechnologie.

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