25. August 2020 | NetZwerg

Interview: Silbermedaille für das Karriereportal der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn verpasste nur knapp den Sieg in unserem HR Benchmark und belegt einen hervorragenden zweiten Rang. Über das digitale Recruiting und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen haben wir mit Maximilian Lerch von der DB gesprochen.

Die Deutsche Bahn belegt in unserem HR [g|1] Benchmark unmittelbar hinter dem Sieger den zweiten Platz – zu dieser Top-Platzierung erst einmal herzlichen Glückwunsch! Was macht Ihr Karriereportal aus Ihrer Sicht so erfolgreich?

Danke für die Glückwünsche. Das Team ist sehr happy mit dem Ergebnis und uns trennt auch nur ein Punkt vom Sieger OTTO. Glückwunsch an das Team der Otto Group. Wir richten die Weiterentwicklung des Portals immer am Nutzer aus. So haben wir regelmäßig kleine, spontane Tests mit Nutzer*innen, die uns direktes Feedback zu Neuerungen am Portal geben. Diese Nähe zu unseren Zielgruppen hilft uns, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Hinzu kommt, dass wir ein ausgezeichnetes Personalmarketing haben, das natürlich auch viele Besucher*innen über Kampagnen auf unser Portal zieht.

Worauf legen Sie bei Ihren Karriereseiten inhaltlich besonderen Wert?

Mir ist wichtig, dass wir einen ganzheitlichen Überblick über die DB geben. Das allein ist eine Mammutaufgabe bei mehr als 500 Berufen in den unterschiedlichen Gesellschaften der DB. Die Marke DB wird natürlich mit Zügen, Bahnhöfen und unseren Kolleg*innen vor Ort verbunden. Hinzukommen aber unzählige spannende Tätigkeitsfelder, die oft erst beim zweiten Blick wahrgenommen werden, wie zum Beispiel: Instandhalter, Köche, Reinigungspersonal, LKW-Fahrer, Fahrradmonteure. Dieser zweite Blick soll auf dem Karriereportal so leicht und schnell wie möglich zum Erfolg führen und Besucherinnen und Besucher animieren, sich der DB-Familie anzuschließen.

Was ist Ihre aktuell größte Herausforderung im digitalen Recruiting auf der Website? Spüren Sie hier Veränderungen durch die Corona-Krise?

Die größte Herausforderung für uns ist, dass unser Recruitinggeschäft oft sehr lokal ist. Unsere Jobs gibt es an Standorten, die nicht Berlin-Mitte oder Frankfurt/Main heißen. Hier die richtige Passung zu finden und lokal zu besetzen, ist aus meiner Sicht eine Herausforderung bei dem Volumen, das wir in diesem Jahr stemmen. Auf Corona haben wir flexibel und schnell reagiert. Die Verunsicherung der Bewerber*innen besonders während des Lockdowns war sehr groß und uns erreichten unzählige Fragen zu vereinbarten Gesprächen und laufenden Bewerbungsprozessen. Wir stellen weiter ein – das war die Botschaft, die wir unmittelbar auf unserem Karriereportal platziert haben. Unser Marketingteam hat sehr schnell alle Veranstaltungsformate angepasst und unsere Recruiter haben umgehend auf digitale Interviews umgestellt. Ein Prozess, der ohne Corona länger gedauert hätte.

Welche Bereiche des Karriereportals sind für Ihre tägliche Arbeit am wichtigsten?

Ganz klar die Jobsuche, unsere Stellenanzeigen und der Bewerbungsprozess. Es geht darum, dass sich potenzielle Bewerber*innen schnell über den für sie interessanten Job informieren und sich möglichst leicht darauf bewerben können. Die Stellenanzeigen sind unsere Produkte, wenn man die Analogie zu einem Onlineshop heranzieht. Die Anzeige muss also immer so gut und realitätsnah und so wenig werblich wie möglich ein Bild der Position und des Umfelds vermitteln. Um hier immer besser zu werden, wurde ein Qualitätsteam etabliert, das Best Practices auf Basis von Daten erarbeitet und dann unsere Recruiter entsprechend berät.

Was tun Sie, um den Erfolg Ihres Karriereportals nachhaltig zu sichern?

Nicht aufhören, neugierig zu sein und das Vorhandene infrage stellen. Wir releasen in 14-tägigen Sprints Verbesserungen am Portal und versuchen damit an die Erfolgsmodelle von Amazon und Spotify anzuknüpfen, die allerdings mehrere Hundert Updates am Tag releasen. Kleinteilige Verbesserungen sind unser Standard. Zusätzlich erarbeiten wir in Projekten größere Anpassungen. Kurz – Neugier und Agilität.

Welche Bedeutung haben Business-Netzwerke und soziale Medien für Ihre Kommunikationsarbeit?

Wir haben ein ausgezeichnetes Social Media Team, das sich damit beschäftigt, sämtliche Netzwerke zu bespielen, um auch so Einblicke in die DB zu geben. Das allein zeigt, dass wir den Stellenwert der Netzwerke für uns erkannt haben und auch hier immer wieder neue Wege gehen wollen.

Gibt es aus Ihrer Sicht neue digitale Trends, die sich auch besonders auf die HR [g|1]-Kommunikation auswirken werden?

Künstliche Intelligenz in allen Variationen. Eine Einbindung bei der Vorauswahl der Kandidat*innen – dem sogenannten Matching könnte eine Anwendung sein. Eine andere der Einsatz von Chatbots für oft gestellte Fragen. Ich bin gespannt, wann es die ersten echten Mehrwerte durch die Nutzung der Technik im Recruiting geben wird. Chatbots und Matching sind aus meiner Sicht erst die Spitze des Eisbergs.

Abschließend noch unsere Lieblingsfrage: Welcher Film gefällt Ihnen aktuell am besten und gibt es ein besonderes Filmzitat, das Sie begeistert?

Ich bin seit meiner Kindheit ein Trekkie und schaue gerade die Serie „Picard“ auf Amazon Prime. Patrick Stewart at his best. Wirklich klasse. Ganz passend finde ich dieses Zitat: „Die Vergangenheit ist geschrieben, aber die Zukunft ist noch nicht in Stein gemeißelt. Und wir haben mächtige Werkzeuge.“ – sinngemäß.

Vielen Dank für das interessante Interview und die aufschlussreichen Einblicke in Ihre Arbeit, Herr Lerch!

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