22. April 2020 | Christian Berens

Diese Rolle spielt Corona auf Social Media im DAX30

Das Coronavirus prägt nun schon seit mehreren Wochen die Berichterstattung in den Medien, aber auch in der Unternehmenskommunikation. In einer Analyse für das erste Quartal 2020 haben wir uns angesehen, wie die DAX30-Konzerne in den sozialen Medien auf die Ereignisse reagiert haben – mit einigen bemerkenswerten Erkenntnissen.

Der Januar zeigte sich in den sozialen Netzwerken der DAX30-Unternehmen zum Thema Coronavirus noch außerordentlich ruhig. Angesichts der bis dahin geringen medialen Berichterstattung sicherlich kein Wunder. Doch mit zunehmender Thematisierung in den Medien begannen auch Unternehmen darüber zu berichten. Betrachtet haben wir für diese Analyse sowohl die deutsch- und englischsprachigen Corporate- als auch Markenkanäle auf LinkedIn, Facebook, Instagram, Twitter und YouTube.

 

Deutsche Bank und Bayer berichten als erstes

Das erste Unternehmen aus dem DAX30, das das Thema Coronavirus in den sozialen Medien aufgegriffen hat, ist die Deutsche Bank. Am 22. Januar veröffentlichte das Finanzinstitut den ersten Tweet zu Covid-19 und dessen Auswirkungen auf den asiatischen Aktienmarkt.

 

Eine knappe Woche später, am 28. Januar, folgte Bayer mit einem Beitrag, den das Unternehmen auf LinkedIn, Facebook, Twitter und Instagram veröffentlichte. Darin ging es um eine Geld- und Medikamentenspende an China zur Bekämpfung des Virus.

 

Covestro und Lufthansa vervollständigen die Gruppe an DAX30-Konzernen, die bereits im Januar über das Coronavirus via Social Media berichteten. Covestro spendete ebenfalls medizinische Hilfsgüter an China, die Lufthansa hingegen äußerte sich zu Reisebeschränkungen von und nach China.

Bis zu diesem Zeitpunkt galt das Thema Corona sowohl medial als auch innerhalb der Marktprognosen noch weithin als regionales Problem in China, was auch die Zurückhaltung der Unternehmenskommunikation zum Coronavirus in den sozialen Medien widerspiegelt.

Erst ab dem 27. Februar nahm die Social-Media-Kommunikation zur Corona-Krise bei den DAX30-Konzernen mehr Fahrt auf. 22 der 30 Unternehmen hatten bis dahin keine Beiträge zum Thema veröffentlicht. An diesem Tag wurde bekannt, dass Japan als erstes Land nach China seine Schulen schließt. Eine knappe Woche später folgte Italien mit dieser Maßnahme.

 

Häufigkeit der Corona-Berichterstattung auf den einzelnen Plattformen

Welches soziale Netzwerk nutzen die DAX30-Konzerne für ihre Kommunikation zur Corona-Krise am häufigsten? In unserer Analyse zeigte sich, dass Twitter mit 45 % aller Beiträge zum Thema im ersten Quartal 2020 weit vorn ist. Danach folgt LinkedIn mit 31 % aller Beiträge. Der Anteil auf Facebook beläuft sich auf immerhin 18 %, während auf Instagram nur 6 % aller Beiträge gepostet wurden. Lediglich zwei Beiträge zum Coronavirus sind auf YouTube zu finden.

Dieses Ergebnis zeigt deutliche Parallelen zu unserem Social Media Benchmark 2020. In der Betrachtung aller veröffentlichten Beiträge pro Plattform verteilen sich diese prozentual ähnlich. Die nachfolgende Grafik zeigt den Vergleich.

 

Verteilung der Beiträge ohne Corona (links) vs. Verteilung der Corona-Beiträge (rechts) auf die Social-Media-Plattformen

Links sehen Sie die Verteilung aller Beiträge auf die einzelnen Plattformen, rechts die Verteilung der Corona-Beiträge. Damit sind Twitter und LinkedIn sowohl mit als auch ohne Corona die meistbespielten Plattformen in der Social-Media-Kommunikation der DAX30-Unternehmen.

 

Das stärkste Engagement (Likes, Shares, Kommentare) seitens der Nutzer deckt sich ebenfalls mit unseren Ergebnissen aus dem Social Media Benchmark 2020: Die meisten Interaktionen pro Fan und Post verzeichnet Instagram mit einer Post-Interaktionsrate von 4,4 % bei den Corona-Beiträgen. In unserer Untersuchung für das gesamte Jahr 2019 lag diese Rate bei 4,3 %.

 

Welche Unternehmen berichten am häufigsten zur Corona-Krise?

Die Deutsche Bank war nicht nur das erste Unternehmen, das die Corona-Krise in den sozialen Medien thematisiert hat, sondern liegt auch bei der Beitragsanzahl vorn: Mit 78 Beiträgen über alle untersuchten Netzwerke hinweg liegt das Finanzinstitut noch vor der Deutschen Telekom mit insgesamt 69 Beiträgen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die fünf Konzerne mit den jeweils meisten bzw. wenigsten Social-Media-Posts zu Corona im ersten Quartal 2020. (Anzahl der Beiträge in Klammern.)

Top 5 Bottom 5
Deutsche Bank (78) Infineon Technologies (6)
Deutsche Telekom (69) Linde (3)
SAP (47) Allianz (1)
Bayer (43) Continental (1)
Merck (42) Deutsche Börse (1)

 

Im Durchschnitt haben die Konzerne im ersten Quartal 23 Beiträge zum Coronavirus veröffentlicht.

 

Anstieg an Social-Media-Content zu Corona im zeitlichen Verlauf

Betrachtet man die Anzahl der Social-Media-Beiträge im DAX30 auf einer Zeitachse, wird ab Mitte März 2020 ein klarer Anstieg deutlich. Ein Grund ist sicherlich, dass die WHO am 11. März Covid-19 zur Pandemie erklärt hat, woraufhin die Börse am Tag danach ihren bis dato stärksten Absturz seit Jahrzehnten erlebte. Zwei Tage zuvor wurden außerdem die ersten Todesfälle in Deutschland gemeldet.

Am 17. März trat bundesweit die Verordnung zur Schließung von Gaststätten und Einrichtungen sowie die Absage von Veranstaltungen in Kraft. Einen Tag danach richtete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel per TV-Ansprache an die Nation, was gleichzeitig zu einer stark erhöhten Berichterstattung in den sozialen Medien des DAX30 führte.

Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Beiträge zu Covid-19 im zeitlichen Verlauf zwischen dem 22. Januar und dem 31. März 2020.

Der 17. März 2020 war durch die neue bundesweite Verordnung zur Eindämmung der Pandemie auch ein Schlüsseltag für die Berichterstattung in den sozialen Medien der DAX30-Unternehmen.

 

Zusammenfassend lässt sich damit sagen, dass die Flut an Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie im DAX30 zu einer deutlich verstärkten Berichterstattung auf Social Media geführt hat, die bis heute anhält. Inhaltlich haben sich dabei drei Hauptthemen herauskristallisiert, über die berichtet wird: Hilfsmaßnahmen für andere Länder und zur Eindämmung der Pandemie im eigenen Land, Einfluss von Covid-19 auf den Aktienmarkt sowie die Absage von Events und Leistungen.

Während YouTube in Sachen Corona im ersten Quartal 2020 kaum eine Rolle spielte, blieben Twitter und LinkedIn die Hauptkanäle für die Kommunikation zur Corona-Krise.

 

Wie nehmen Sie die Social-Media-Kommunikation der DAX30-Konzerne wahr? Von welchen Unternehmen fühlen Sie sich ausreichend und transparent über Covid-19 informiert? Wir freuen uns über Ihr Feedback via LinkedIn!

Falls Sie Beratung für Ihre Kommunikation in den sozialen Medien suchen, lassen Sie es uns einfach per E-Mail, Kontaktformular oder telefonisch unter 02236/3936-6 wissen, wir unterstützen Sie gern mit unserem individuellen Beratungsangebot.

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