15. Januar 2020 | Christian Berens

Unsere Trends für die Unternehmens­kommunikation 2020 – Teil 2

Im zweiten Teil unserer Kommunikationstrends zeigen wir, welche Entwicklungen sich für die Mitarbeiterkommunikation abzeichnen, was Change-Kultur für Unternehmen bedeutet und welche sozialen Medien aus unserer Sicht in diesem Jahr am relevantesten sind.

Mitarbeiterkommunikation: Befähigung und Wirkungsmessung stehen im Fokus

Die interne Kommunikation ist bei den meisten Unternehmen mit dem geringsten Budget ausgestattet, hat aber mit den Mitarbeitern eine der wichtigsten Adressatengruppen für die wirtschaftliche Performance und die Unternehmenskultur vor sich. Und diese haben durch den Wandel von der Top-Down-Kommunikation hin zu mehr Bottom-up und aktiver Kommunikation im Social Intranet [g|1] neue Bedürfnisse. Damit steht die interne Kommunikation vor der Herausforderung, Mitarbeiter aller Ebenen und Altersklassen für die neuen Kommunikationsformen fit zu machen, sie zu aktiver Kommunikation in den verfügbaren Kanälen zu motivieren und so die Zusammenarbeit voranzutreiben und zu verbessern.

So rücken interne Kommunikation und Human Resources noch näher zusammen: Diese Themen spielen vom Preboarding [g|1] über Onboarding [g|1] und Cultureboarding [g|1] bis hin zur Personalentwicklung eine wesentliche Rolle und bilden somit viele Schnittstellen für beide Bereiche. Im Preboarding [g|1]-Prozess kommen beispielsweise vermehrt Extranets und ähnliche Anwendungen zum Einsatz, um neue Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen aufeinander einzustellen.

Aufwendige Einführungsveranstaltungen und Onboarding [g|1]-Maßnahmen können ebenfalls zum Teil digitalisiert werden und so neuen Mitarbeitern bereits vor Arbeitsantritt zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig werden Führungskräfte entlastet, indem sie Informationen und Hilfestellungen für eine erfolgreiche Einarbeitung auf den digitalen Kanälen abrufen können. Ohne strategische Planung läuft hier entsprechend wenig, weshalb es 2020 noch wichtiger wird, die betreffenden Fachbereiche (interne Kommunikation, HR [g|1] und IT) konzeptionell zu verknüpfen.

Entscheidend für Budget-Argumente sind am Ende sicherlich die blanken Zahlen. Insofern braucht die interne Kommunikation Instrumente zur systematischen Erfolgsmessung, zu denen im Vorfeld die strategische Konzeption samt Anforderungsanalyse und Zieldefinition gehört. Im Verlauf sind das Monitoring der Kanäle und Inhalte, Mitarbeiterumfragen und Quick-Polls im Intranet [g|1] bzw. in der Mitarbeiter-App die aktuell meistgenutzten Mittel, um zu überprüfen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden.

Klar ist somit, dass die Wirkungsmessung für eine professionelle interne Kommunikation essenziell ist und insofern einen wesentlichen Grundpfeiler für ihre Zukunft darstellt.

 

Umgang mit der Change-Kultur: Der Spagat zwischen Agilität und Sicherheit

Ebenfalls ein Thema aus der internen und HR [g|1]-Kommunikation ist der schneller werdende Wandel in der Arbeitswelt. Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams, Slack oder Trello digitalisieren und vereinfachen die Zusammenarbeit und Kommunikation in Unternehmen zunehmend. Zusätzlich werden etablierte Prozesse und Strukturen immer häufiger zugunsten agiler Arbeitsweisen aufgebrochen und erfordern somit ein strukturiertes und kommunikativ begleitetes Change-Management.

Doch damit nicht genug: Der Wandel ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern im Zeitalter der Digitalisierung der Normalzustand und unsere Lebensrealität. Stabilität war gestern, heute zählen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an sich permanent verändernde Bedingungen. Und genau das müssen Unternehmen vermitteln, während sie sich gleichzeitig als stabiler und sicherer Arbeitgeber präsentieren. Keine leichte Aufgabe für Kommunikatoren, aber eine zukunftsweisende, denn wer beide Komponenten unter einem Dach vereinen kann, hat nicht nur bei Mitarbeitern und Bewerbern, sondern auch bei Investoren die besten Karten.

 

Social Media: User-Trends aus dem Vorjahr setzen sich fort 

Instagram schwimmt weiterhin auf der Erfolgswelle und hat sein Wachstum laut ARD/ZDF-Onlinestudie noch einmal deutlich verbessert: In Deutschland stieg der Anteil der zumindest wöchentlich aktiven Instagram-Nutzer um 25 % auf 13 Millionen User. Rund 21 % der Bevölkerung (ca. 17 Mio. Menschen) nutzen die Plattform mindestens monatlich. Insofern tun Unternehmen gut daran, Instagram im kommenden Jahr noch stärker im Kommunikationsmix einzusetzen. 

Ebenfalls erfolgreich zeigt sich die Business-Plattform LinkedIn. Das zu Microsoft gehörende Netzwerk konnte den Anteil der registrierten Nutzer im deutschsprachigen Raum innerhalb von zwei Jahren von 10 Mio. auf 14 Mio. erhöhen – eine signifikante Steigerung. Kein Wunder also, dass sich inzwischen auch Teile der Unternehmenskommunikation in das Netzwerk verlagern. Das betrifft nicht nur den HR [g|1]-Bereich, sondern beispielweise auch (Fach-)Diskussionen zu Blogposts oder anderen Veröffentlichungen. Für die Kommunikation wird daher das Community-Management und der digitale Dialog eine deutlich stärkere Bedeutung bekommen.

Andere jüngere Plattformen wie Snapchat oder TikTok liegen hinsichtlich ihrer Nutzung weit dahinter und spielen daher bei vielen Unternehmen keine Rolle in der Kommunikation. Dennoch kann es sinnvoll sein, auch diese Kanäle zu besetzen – natürlich sofern sich die Zielgruppe dort bewegt. Klarheit schafft hier eine Zielgruppenanalyse, falls diese noch nicht definiert oder bereits in die Jahre gekommen ist.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass bei den sozialen Medien Instagram und LinkedIn 2020 aller Voraussicht nach die Hauptrolle in der Unternehmenskommunikation spielen werden. Diese beiden Plattformen wiesen bereits 2019 in unserer internen Studie das stärkste Wachstum auf. Dazu wird es im Laufe des Jahres eine weitere Veröffentlichung von uns geben.

 

Mit welchen Trends beschäftigen Sie sich in Ihrer Kommunikationsarbeit? Wir freuen uns auf Ihr Feedback via LinkedIn!

Hier geht’s zum ersten Teil unserer Kommunikationstrends 2020.

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