18. Januar 2016 | Thorsten Greiten

Es regnet Awards und hagelt Benchmarks (Teil III)

Welche drei allgemeine Funktionen Rankings und Benchmark-Analysen erfüllen.

Allgemeine Funktionen von Rankings und Benchmark-Analysen

Benchmark-Analysen und die daraus resultierenden Rankings lassen sich hinsichtlich ihrer Funktionen für die Allgemeinheit bzw. die interessierte Öffentlichkeit in mehreren Hinsichten klassifizieren. In folgenden Funktionen sind ihre eigentlichen Verdienste um eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit anzusiedeln:

1. Die Informationsverdichtungsfunktion

Rankings dienen dazu, Informationen über eine größere Zahl heterogener Institutionen und Bewertungsdimensionen zugänglich zu machen und sie so aufzubereiten, dass sie handlungsleitend werden können (Vgl. Wissenschaftsrat 2004, S. 3). Mit dem Studienergebnis „schlechtes Abschneiden im Online-Ranking bei der Performance” wird ein vielschichtiges Problemfeld im betroffenen Unternehmen angesprochen, dessen Ursachen nach einer Analyse des IST-Zustandes zu Tage treten.

Ein Beispiel: Das Thema „barrierefreie Websites” wird erst durch die Veröffentlichung als Online-Ranking-Kategorie in das Bewusstsein der IR-Verantwortlichen gerückt. Das damit verbundene Thema „Accessibility” (behindertengerechte Websites) wird aber bereits vom Gesetzgeber eingebunden und sich damit als Standard schon in Kürze etabliert haben.

2. Die Effektivitätsfunktion

Organisationen handeln durch Wettbewerbsdruck effektiver. In der Regel handelt es sich bei den Untersuchungsobjekten um Unternehmen oder Institutionen, die miteinander im Wettbewerb stehen. Somit wird das Handeln der Adressaten von Rankings für diesen Wettbewerb als konstitutiv betrachtet. Rankings sind also ein Instrument, „um wettbewerb-organisierte Systeme durch Erhöhung der Transparenz effektiver zu machen.” (Wissenschaftsrat 2004, S. 3).

Auch spezielle Rankings, wie z. B. für Online-IR, die sich nicht auf das Kerngeschäft oder die eigene Peer-Group beziehen, werden als kompetitives Signal wahrgenommen. Bei IR-Rankings bezieht sich dieser Wettbewerb auf den Kapitalmarkt, der mit seinen Investoren keine unbegrenzte Summe an Finanzmitteln für alle Teilnehmer zur Verfügung stellt.

3. Die Transparenzfunktion

Die Transparenz der Untersuchungsergebnisse ist nicht nur für die Akteure innerhalb eines Systems, wie z. B. die „Financial Community” und IR-Verantwortliche von Bedeutung, sondern im speziellen auch für die „IR-Kunden”: Privataktionäre erhalten so z. B. einen Überblick über „marktübliche“ Serviceleistungen einer IR-Abteilung.

 

Der zweite Teil von „Es regnet Awards und hagelt Benchmarks“ erklärt, inwiefern Rankings von Unternehmen und IR-Abteilungen als Informationsgrundlage für Entwicklungsplanungen verwendet werden können.

Im ersten Teil von „Es regnet Awards und hagelt Benchmarks" geht es um die Frage, warum gute oder schlechte Platzierungen keine unmittelbare Marktrelevanz haben.

 

Literatur und Quellen

Wissenschaftsrat (2004) (Hrsg.) „Empfehlung zu Rankings im Wissenschaftssystem. Teil 1: Forschung“, Hamburg.