14. Dezember 2015 | Christian Berens

Digitale Gegenwart

Wie sieht unser Alltag schon heute aus und nicht erst in fünf Jahren? Smartphones, Ethernetleitungen, 3D-Drucker, Smart Homes und virtuelles Einkaufen. Wir sind viel weiter, als die meisten glauben.

Klackernde Schreibmaschinen oder piepsende Modems – das ist lange her. Aber selbstfahrende Autos und Datenbrillen mit kleinen Prozessoren gehören auch noch nicht selbstverständlich zum Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Stehen wir dazwischen oder kurz davor? Irgendwo bestimmt. Wer sich auf die Suche nach Digitalisierung macht, wird schnell fündig und sieht, dass wir schon längst in einer Zukunftsgegenwart angekommen sind, die vor wenigen Jahren noch Science Fiction war.

Der Tag beginnt

Kräht der Hahn auf dem Mist? Schrillt ein metallener Wecker? Oder piepst die Wecker-App auf dem Smartphone? Genau. Der kleine digitale Begleiter, voller Apps und Bits und Daten, lässt den Tag beginnen und treibt uns aus dem Bett. Mit dem Smartphone in der Hand fahren wir zur Arbeit und lesen Nachrichten, hören Musik oder nutzen als Autofahrer die Navigationsapp. Und im Hintergrund verbinden Funkwellen unser mobil equipment und werden gefüttert von Servern, an die wir gar nicht denken, wenn wir auf dem Display wischen. Apropos Musik hören: Dass wir einen DiscMan und fünf bis sechs CDs im Rucksack mittransportiert haben, ist noch gar nicht lange her. Dank Spotify haben wir jetzt immer rund 30.000.000 Lieder im Handgepäck. Die sollten zumindest bis zur Arbeit reichen.

Auf der Arbeit

Kaum im Büro angekommen, fahren wir den Laptop hoch und verbringen den Großteil unserer Produktivkraft am Rechner. Die Kollegen der IT warten die Serverlandschaft und sind zur Stelle, sollte eine Netzwerkverbindung nicht hergestellt werden können. Datenmengen ohne Ende sind da im Umlauf. Die Rechnerleistung eines durchschnittlichen Drei-Mann-Büros übertrifft die Rechnerleistung um ein Vielfaches, die zur ersten Mondlandung beigetragen hat.

Die Datenmengen wachsen überall, auch durch immer vielfältigere Sensoren und Netze. Da müssen neben den Servern natürlich auch die Leitungen mächtig was leisten. Auch Videokonferenzen sind längst im Arbeitsalltag angekommen und ersetzen „leider“ den Flug zu den Kollegen über den großen Teich. Und das Social Intranet hilft, sich mit Kollegen aus anderen Abteilungen, Bereichen, Standorten oder Ländern über businessrelevante Themen auszutauschen.

Zuhause im Smart Home

Auf dem Weg nach Hause registriert die Heizung via Ortungsdienst, dass wir uns unserem Domizil nähern und schaltet sich ein. Smart Home nennt man das dann. Darin sind alle Sensoren wie Temperaturfühler, Bewegungsmelder, Kontakte an Fenster und Türen vernetzt. Die Steuerung übernimmt, wie sollte es auch anders rein, meist das Smartphone.

Nachdem der Lieferservice aus dem REWE die frischen Zutaten für das Abendbrot geliefert hat, heißt es Füße hochlegen und die neue TV-Serie auf Netflix ansehen. Daneben wird auf dem iPad noch schnell der Kurztrip für das nächste Wochenende oder sogar der Sommerurlaub wie selbstverständlich nebenbei geplant und gebucht. Dazu noch ein schicke Sonnenbrille bei Mister Spex auf dem Sofa anprobieren. Aus der Küche ein verzweifelter Hilferuf: „Die Spülmaschinentabs sind leer?!“ Naja, dank Amazons Morning-Express Versand entstehen am Abend keine Spülhände mehr, denn neue Tabs sind bereits am nächsten Morgen geliefert. Schön, diese digitale Welt.

Nur den heimischen Kamin, der im Hintergrund die wirklich wohlige Wärme erzeugt und durch das Flackern und Knacken des Feuers eine besondere Atmosphäre erzeugt den hat man noch nicht wirklich gut digitalisieren können.