09. September 2019 | NetZwerg

All-in: Andrea ist unser NetFed-Pokerprofi

Für viele klingt Pokern heute immer noch nach Zigarre rauchenden Männern in schummrigen Hinterzimmern zwielichtiger Etablissements. Dieses alte Klischee gehört natürlich längst ins Museum und wir können aus erster Hand damit aufräumen: Unsere Software-Testerin Andrea spielt seit ihrer Kindheit Poker und könnte unsere männlichen Gelegenheits-Pokerspieler zweifellos locker in die Tasche stecken. Wie sie dazu kam, welche Arten sie spielt und welche Poker-Skills ihr auch im Job weiterhelfen, erzählt sie in unserer neuen Mitarbeiter-Story.

Die Poker-Szene ist sicherlich nicht als Frauendomäne bekannt, allerdings ist das Image heute natürlich längst ein anderes als das in alten Gangster-Filmen. Verantwortlich dafür dürfte vor allem der Poker-Boom Anfang des Jahrtausends sein, der durch die Eröffnung der Online-Casinos losgetreten wurde. Immer mehr Frauen fanden seitdem ihren Weg zum wohl weltweit bekanntesten Kartenspiel.

Bei Andrea fand der Einstieg jedoch schon viel früher statt: „Poker habe ich bereits als Kind gelernt. Meine Oma hat es mir beigebracht und wir haben stundenlang Five Card Draw gespielt. Heute spiele ich andere Poker-Varianten, aber so bin ich dazu gekommen“, erzählt sie.

 

Live-Poker oder online?

Die heute bekannteste Poker-Variante heißt Texas Hold’em und die kam auch bei Andrea im Zuge des erwähnten Poker-Booms hinzu: „Ich war Anfang 20 als ich durch Freunde damit angefangen habe. Wir haben uns anfangs oft getroffen und gespielt. Als das irgendwann wieder weniger wurde, habe ich mit Online-Poker angefangen, auch wenn mir bis heute Live-Poker am meisten Spaß macht. Aber durch das Online-Spiel habe ich neben Texas Hold’em auch Omaha Hi/Lo kennengelernt, was ich auch sehr gerne spiele.“

Ein Beispiel für eine Gewinner-Hand (re.) beim Online-Poker, bei der Andrea ihrem Gegner alle Chips abgeknöpft hat. Die Poker-Variante hier ist Texas Hold'em No Limit.

 

Andrea spielt also beides, aber wo sind genau die Unterschiede? „Für mich sind das zwei völlig unterschiedliche Arten des Spiels. Beim Live-Poker spielt man gegen die Spieler, beim Online-Poker quasi nur gegen die Karten, weil man ja weder die Stimmung noch die Mimik mitbekommt. Aber gerade die Psychologie finde ich beim Poker spannend, deshalb habe ich immer jede Gelegenheit genutzt, um zu Turnieren zu fahren.“ Davon gab es früher viele in den unterschiedlichsten Locations, heute finden Turniere aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen nur noch in Spielcasinos statt.

„Seit es in Köln keine Turniere mehr gibt, spiele ich hauptsächlich auf dem iPad oder auf dem Smartphone. Mobil zu spielen ist für mich vor allem deshalb sinnvoll, weil die Turniere sich oft sehr in die Länge ziehen und ich so nebenbei kochen, fernsehen oder mich einfach nach draußen in den Garten setzen kann.“

Der Vorteil beim Online-Poker: Gespielt werden kann quasi überall.

 

Strategie und Taktik: Wie lernt man Pokern auf Profiniveau?

Die Grundregeln fürs Pokern sind einfach und schnell gelernt, aber strategische Kniffe und psychologische Tricks erfordern dann doch einiges an Erfahrung: „Bei Turnieren komme ich meistens relativ weit, weil ich am Anfang nur die sehr guten Karten spiele, solange die Blinds (Chip-Einsätze beim Pokern, Anm. d. Red.) noch niedrig sind. Später verändere ich mein Spiel, auch abhängig davon, wie viele Spieler noch dabei sind. Und auch im Heads-up gegen den letzten Gegner spiele ich eine andere Taktik, je nachdem wie mein Gegenüber spielt. Gelernt habe ich einiges auch aus Büchern, wobei viele hoch mathematisch sind. Strategie und Taktik lernt man am besten im Spiel und inzwischen verlasse ich mich meistens auf mein Bauchgefühl, das funktioniert am besten. Auch wenn ich mich manchmal noch ärgere, es nicht getan zu haben und zu vorsichtig war.“

Andrea hat die Chips fest im Griff - hier bei einem Turnier in Köln vergangenes Jahr.

 

Die Psychologie beim Pokern

Wie schon erwähnt, spielt beim Pokern eine Menge Psychologie mit. Wer versteht, aus welchen Gründen die Gegner handeln und welche Wesenszüge einen Hinweis auf ihre Taktik geben, braucht nicht unbedingt die besten Karten, um erfolgreich zu sein. Aber auch das Verständnis für die eigenen Charaktereigenschaften sowie eine gute Portion Gelassenheit sind wichtig, um nicht zu „tilten“, wie es im Pokerjargon heißt. Tilt bedeutet, wenn man nach mehreren verlorenen Händen oder eigenen schlechten Spielzügen in eine frustrierte Stimmung gerät und daraufhin überzogene Einsätze bringt oder Fehler macht, die man im „Normalzustand“ nicht gemacht hätte.

Für die Einschätzung der Gegner ist außerdem eine gute Beobachtungsgabe von Vorteil und auch Konzentrationsfähigkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Und das wiederum sind Eigenschaften, die Andrea auch in ihrem Job als Software-Testerin weiterhelfen: „Das kann man tatsächlich so sagen, dass sich hier der Kreis schließt, auch wenn es im Job natürlich ganz andere Dinge sind, auf die ich achten muss.“

Wir sind jedenfalls gespannt, ob sich einige Kollegen nun angestachelt fühlen und Andrea zu einem NetFed-Pokerabend herausfordern ;)

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