17. Juni 2019 | NetZwerg

Digitale IR-Arbeit bei Continental: Sabine Reese im Interview

Die Continental AG hat im IR Benchmark den Sprung in die Top 5 geschafft. Sabine Reese spricht im Interview über den Relaunch der Corporate Website und die damit verbundenen Maßnahmen für die IR-Arbeit.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Reese – Sie haben nach dem Relaunch der Corporate Website der Continental AG bei unserem IR [g|1] Benchmark einen großen Sprung nach vorne gemacht. Gerade in der Kategorie 3, Technik & Service, haben Sie sehr gut abgeschnitten. Welche Maßnahmen haben Sie im Zuge des Relaunchs für den Bereich Investor Relations umgesetzt?

Hinter dem neuen, ansprechenden Design verbirgt sich ein sorgsam erarbeitetes Konzept. Wir haben uns bereichsübergreifend viele Gedanken gemacht und die Meinung interner und externer Stakeholder eingeholt.

Neben diversen Neuerungen, wie z.B. das Teilen von Inhalten, Sammeln von Dokumenten in einem Downloadordner, die Erinnerungsfunktion im Finanzkalender, der IR [g|1] Newsletter, der Schnellzugriff auf bestimmte Inhalte, ist das responsive Design die größte Veränderung. Damit sind die Inhalte auch für alle mobilen Endgeräte optimiert. Als logische Folge wurde die Continental IR [g|1] App eingestellt. Ein Abschied, der nicht ganz leichtgefallen ist.

Insgesamt sind alle Änderungen wichtig, die die Usability [g|1] der Seite verbessern. Neu ist auch das Governance Model, das wir jetzt pflegen. In regelmäßigen Meetings eines funktionsübergreifend zusammengesetzten Rats werden Anforderungen gesammelt und diskutiert, mit Releases die Webseite kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Januar 2018 wurde die MiFID-II-Richtlinie eingeführt. Welche Konsequenzen haben sich dadurch für Ihre Arbeit ergeben?

Die Auswirkungen der MiFID-II Richtlinie sind für Continental als großes Unternehmen kaum spürbar.

Das Thema Digitalisierung beschäftigt Unternehmen immer stärker. Anhand welcher Indikatoren lässt sich ein Kulturwandel bei Continental feststellen?

Unser Geschäftsbericht 2018 trägt den Titel Vernetzung. Das zeigt: Digitalisierung hat bei Continental einen hohen Stellenwert. Und das schon seit langem und in vielen verschiedenen Bereichen. Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber für das sichere, saubere und intelligente Fahren. Nur ein Beispiel: Im Automotive-Bereich sind bereits heute schon mehr als 60 Prozent unserer Produkte elektronisch und mit Software oder Sensoren ausgestattet. Digitalisierung ist eine Voraussetzung für sichere, saubere und intelligente Mobilität. Auch die Zusammenarbeit unseres weltweiten Teams verändert sich durch die zunehmende Digitalisierung. Videokonferenzen, virtuelle Teams, cloud-basierter Austausch, all das bringt uns immer näher zusammen. Über „Connext“, unseren internen Social-Media-Kanal sind die inzwischen rund 245.000 Mitarbeiter bereits seit Jahren miteinander vernetzt.

Das Thema Integriertes Reporting wird gerade in der Finanzkommunikation heiß diskutiert. Wird sich die integrierte Berichterstattung Ihrer Meinung nach auf dem Markt durchsetzen?

Nachhaltigkeit ist seit langem kein Randthema mehr. Für alle Stakeholdergruppen ist Nachhaltigkeit relevant. Das spiegelt sich wider in der durch die EU-Kommission gesetzlich vorgeschriebenen nichtfinanziellen Erklärung, die Angaben zu wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten eines Unternehmens beinhaltet. So wird das Thema immer mehr ein Teil der Berichterstattung im Rahmen des Geschäftsberichts.

Bei Continental finden sich Kapitel mit Nachhaltigkeitsthemen schon seit vielen Jahren im Geschäftsbericht. Im aktuellen Geschäftsbericht ist die nichtfinanzielle Erklärung erstmalig Teil des Lageberichts. Dies ist ein Schritt auf dem Weg zur integrierten Berichterstattung. In welchem Tempo durch die Regulierung das Thema weiter vorangetrieben wird oder die Unternehmen von sich aus, diesen Weg weiter beschreiten werden, bleibt abzuwarten. Insgesamt nehmen wir aber wahr, dass die Diskussionen der Stakeholder auf verschiedensten Veranstaltungen in die Richtung gehen, dass die Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung immer stärker im Sinne einer ganzheitlichen Jahresberichterstattung zusammenwachsen.

Wir haben für die Deutsche Post einen IR [g|1]-Chatbot [g|1] entwickelt. Welches Potenzial sehen Sie für den Bereich IR [g|1] durch den Einsatz solcher digitalen Helfer?

In verschiedenen Bereichen lassen sich Standardfragen und Themen über einen Chatbot [g|1] abwickeln. Die Anzahl der Anfragen, die sonst per Mail und Telefon eingehen, können dadurch reduziert werden. Das schauen wir uns auch in unserem Finanzbereich an. Investor Relations lebt von Beziehungen. Daher sehe ich nach wie vor den persönlichen Kontakt als wesentliches Mittel unserer Kommunikation mit Investoren.

Zu guter Letzt: Wir bei NetFed lieben Filme. Welcher ist Ihr Favorit und haben Sie ein Lieblingszitat?

Filme mit schönen Landschaftsaufnahmen und klassischer Musik mag ich. Das Piano aus dem Jahr 1993 ist so ein Film. Die Geschichte spielt in Neuseeland und dort wurde auch der Film gedreht. Die Filmmusik ist ebenso wie die Bilder der Landschaften beeindruckend. "Ich konnte in seinem Verstand meine Gedanken ausbreiten wie ein Laken.", ist mein Lieblingszitat.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke in Ihre Arbeit und für das Interview, Frau Reese!

 

Zum IR [g|1] Benchmark 2019, bei dem die Continental AG Rang 5 erreicht hat, gelangen Sie über folgenden Link: www.ir-benchmark.de

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