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DAX 30-Check zum Thema Barrierefreiheit
Barrierefreies Internet bezeichnet Online-Angebote, die von allen Besuchern, unabhängig ihrer körperlichen oder technischen Möglichkeiten, genutzt werden können. Dies schließt sowohl Behinderte und Nicht-Behinderte als auch Menschen mit altersbedingten Einschränkungen (beispielsweise mit Sehschwächen) ein.
Ein erfreulicher Nebeneffekt barrierefreier Websites ist, dass Suchmaschinen diese Seiten genauer erfassen und ihnen im Suchmaschinen-Index eine höhere Relevanz zuordnen. Eine möglichst barrierearme Website bietet den Nutzern also deutlich mehr Service und Ihnen eine optimale Position in den Ergebnislisten der Suchmaschinen.
Mehr als die Hälfte der veröffentlichten Daten ist nicht verfügbar
Viele Unternehmen präsentieren Schaubilder und Charts zur Visualisierung von Daten und Zahlen. Sehbehinderten oder blinden Nutzern werden diese „bildgebundenen“ Informationen vorenthalten, weil sie nicht ausreichend beschrieben werden. Großes und zugleich einfach realisierbares Optimierungspotenzial liegt daher in der Bereitstellung von alternativen Bildbeschreibungen.
Eine weitere unnötige Hürde ist die Abhängigkeit von Javascript. Besucher ohne Javascript können Funktionalitäten, die ausschließlich auf dieser Technik basieren, nicht nutzen. Navigation und interaktive Servicefunktionen, wie Bestellen oder Drucken, stehen ihnen dann nicht zur Verfügung – im schlimmsten Fall wird die Startseite zur Sackgasse.
Rund 60 Prozent der untersuchten Websites erhielten in der NetFed-Analyse in dieser Kategorie die Note „Ungenügend“.
Semantisch hochwertiges HTML selten zu finden
Spezielle Hilfsprogramme, so genannte Screenreader, bieten zusätzliche Navigationsmöglichkeiten, die auf der im HTML-Standard definierten Dokumenten-Struktur (Überschriften, Abschnitte, Formulare) beruhen. Die Inhalte diesbezüglich optimierter Websites sind für Nutzer daher verständlicher und leichter zu navigieren.
Besonders fiel der NetFederation auf, dass bei der Umsetzung vieler Datentabellen zu wenig Wert auf Barrierefreiheit gelegt wurde. Obwohl der HTML-Standard auch hier spezielle Auszeichnungsmöglichkeiten, wie Tabellenbeschreibungen oder Spalten- bzw. Reihenreferenzierung bietet, werden diese nur in den wenigsten Fällen eingesetzt.
Insgesamt zeigen in diesem Bereich über 90 Prozent der untersuchten Berichte Schwächen auf. Nur die Altana AG liefert Inhaltszusammenfassungen für jede relevante Tabelle.
Fazit
Bei den Top-Unternehmen des DAX30 ist ein kleiner Fortschritt im Bereich „Barrierefreiheit“ zu verzeichnen – nicht zuletzt durch den Trend, auf Layout-Tabellen im HTML zu verzichten. Dennoch fand die NetFederation in den Online-Geschäftsberichten der meisten Unternehmen viele Barrieren, die mit relativ einfachen Mitteln zu vermeiden wären. Klar ist schon heute, dass das Thema „Barrierefreiheit“ (Accessability) in der Online-Kommunikation im Rahmen des „Corporate Citizenships“, also des bürgerschaftlichen Engagements eines Unternehmens, auch in Zukunft an Gewicht gewinnen wird.
Ansprechpartner bei der NetFederation GmbH:
Thorsten Greiten
Managing Partner
thorsten.greiten@net-federation.de


