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Was Anleger wollen! – Investorenbefragung auf der IAM Düsseldorf

Köln, den 17.02.2009 – Börsennotierte Unternehmen versuchen immer intensiver, ihren Aktionären jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Aber wer weiß schon genau, was Privatanleger von einer Investor Relations Website erwarten? Die NetFederation hat sich genau diese Frage gestellt und auf der letzten Internationalen Anlegermesse in Düsseldorf eine Umfrage unter mehr als 400 Besuchern durchgeführt.
Internet als Infoquelle Nummer 1, Bankberater „überflüssig“!
Das Internet ist die Hauptinformationsquelle für Anleger und nimmt sogar an Relevanz weiter zu. 67 % der Befragten äußerten einstimmig, sich bezüglich Aktienanlagen primär online zu informieren. Das bedeutet einen Anstieg von 17 % im Vergleich zum Vorjahr. Presse, TV und vor allem die Banken spielen also in der Informationsbeschaffung nur eine untergeordnete Rolle. Auch die Zielgruppe der über 50-Jährigen Privatanleger schließt sich dieser Tendenz an und sucht zu 42 % im Internet nach den gewünschten Informationen. Eine noch größere Relevanz besitzt das Internet für die institutionellen Investoren. Hier stimmten 73 % der Zielgruppe für die Online-Informationen.
Herausragende Bedeutung haben in dem Zusammenhang einerseits die Unternehmenswebsite selbst sowie andererseits diverse Finanzportale. Die Gruppe der unter 30-Jährigen stimmte zu 97 % ab, dass die Unternehmenswebsite enorm wichtig sei für die Suche nach Informationen bezüglich einer Aktienanlage. Ein ähnliches Ergebnis verursachten die befragten institutionellen Investoren: Hier stimmten 95 % der hohen Relevanz einer Unternehmenswebsite zu.
Die Bedeutung der Bankberater hat dagegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. Nur noch 7 % der befragten Investoren wenden sich auf der Suche nach Informationen an ihre Hausbank. Fast zwei Drittel gaben sogar an, der Bankberater sei „überflüssig“. Möglicherweise ist hier bereits ein Vertrauensverlust in Folge der Finanzkrise zu verzeichnen.
Die Story zählt!
Die für Anleger wichtigsten inhaltlichen Informationen auf einer Investor Relations Website sind die Finanzkennzahlen. Fast zwei Drittel der Befragten entschied sich aus zwölf vorgegebenen Möglichkeiten für diese Daten. Es folgen Unternehmensstrategie (48 %), Marktposition des Unternehmens (35 %) und Wachstumsrisiken (29 %). Das Ergebnis zeigt deutlich, dass Anleger sich vor allem für die Equity Story des Unternehmens interessieren, Informationen zu Corporate Governance, zur Hauptversammlung oder Pressemitteilungen dagegen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Interessant ist, dass die Konzerne aus DAX, MDAX und TecDAX aber gerade hier enttäuschen und anschaulich präsentierte Story-Elemente das häufigste Manko von IR-Websites darstellen.[1]
Bedeutung des Online-GBs auch bei Privatanlegern angekommen!
Service wird von vielen Unternehmen groß geschrieben. Auch Anleger fordern eine Bandbreite an Serviceleistungen auf der IR-Website. Ganz oben steht hier die Online-Berichterstattung. Aus einer Liste mit 15 Auswahlmöglichkeiten an Serviceleistungen entschieden sich 59 % der Befragten für den Online-Geschäftsbericht und 45 % für den Online-Quartalsbericht. Aber auch Kurscharts bzw. Aktienticker und Dialogbereitschaft werden von mehr als einem Drittel der Investoren vehement gefordert. Beliebte moderne Service-Features wie Podcasts, Event-Reminder oder RSS-Feeds werden dagegen überraschenderweise noch nicht so häufig abgefragt bzw. genutzt.
Die wachsende Bedeutung des Online-Geschäftsberichts im Vergleich zu seinem Print-Pendant wurde durch die Umfrage wiederholt validiert. Inzwischen stimmt etwa die Hälfte aller befragten Investoren der These zu, dass der Online-GB in Sachen schnelle Informationsbeschaffung relevanter ist als der Print-Bericht. Unter den institutionellen Anlegern sind es sogar mehr als zwei Drittel, die Ja zum Online-Bericht sagen. Nach Altersklassen differenziert, sind mehr als die Hälfte aller 30-50-Jährigen dieser Ansicht. Und auch die ältere Generation ab 50 schwört inzwischen zu 34 % auf die Online-Berichterstattung. Die Tendenz geht weiter nach oben.
Online-IR-Arbeit muss einheitlich sein!
Investoren, sowohl private als auch institutionelle, greifen verstärkt auf die IR-Websites zu um ihre Informationen rund um eine Aktienentscheidung zu vervollständigen. Konzerne, die auf den relevanten Seiten nur „PDF-Gräber“ oder Verweise auf andere Seiten bereitstellen, geraten so schnell ins Abseits.
Gefordert ist eine einheitliche Vorgehensweise, die sowohl Online- als auch Offline-Aktivitäten bündelt und so ein Gesamtkonzept der IR-Arbeit erkennen lässt. Direkte Zielgruppenansprache und umfangreiche Rundum-Informationen auf kurzen Wegen sollten daher nicht nur auf Roadshows oder in Gesprächen präsentiert werden. Daten, Fakten und Stories - übersichtlich strukturiert und anschaulich aufbereitet - sind ein Muss auf jeder Investor Relations Website.
[1] Vgl. Ergebnisse des NetFederation IR-Benchmarks 2007/2008.
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